YVES RUFFIN


 



INFORMATIONEN

Regionen: Champagne
Land:  França

BESCHREIBUNG


Erst ein umweltbewussteres Konsumverhalten und eine entsprechende Gesetzgebung war vielen Lebensmittelproduzenten Anlass, sich mit naturnahen Anbaumethoden auseinanderzusetzen. Nicht so beim Familienbetrieb Yves Ruffin in Avenay Val d'Or, einige Kilometer nordöstlich von Epernay, wo auf 2,8 ha die Trauben für jährlich 20'000 Flaschen Champagner reifen. Hier ist seit 1970 der biologische Anbau eine Selbstverständlichkeit. Von den ca. 4000 Winzern der Champagne arbeiten fünf mit biologischen Methoden, allesamt kleine Produzenten, die sich eine Vergrösserung der Anbaufläche bei den herrschenden Bodenpreisen nicht leisten können.
 

Die Produktion liegt in den Händen von Thierry Ruffin, dessen Leidenschaft für Champagner sich in jedem Satz offenbart. Diese Begeisterung lässt ihn auch die Arbeit bewältigen, die der naturnahe Anbau mit sich bringt: der Verzicht auf Pestizide macht häufigere Kontrollen im Rebberg nötig, viel Handarbeit wird da geleistet. Auch an den Wochenenden ist er in seinen Reben anzutreffen, sein Engagement bringt bessere Resultate, meint er, bezahlte Arbeiter täten ihren Job, und beim Feierabend sei fertig.
 

Der Gang durch die Reben zeigt den Unterschied: der lockere Boden ist dicht bewachsen, die Vegetation ist vielfältig im Gegensatz zur harten, kahlen Erde anderer Lagen. Thierry Ruffin, der weiss, was er seinem Boden verdankt, versteht nicht, wie andere ihren Grund behandeln: da sei kein Unterschied zwischen der festgefahrenen Erde des Feldwegs und den Reblagen zu sehen. Wo es trotzdem grünt, schliesst er auf zuviel Nitrat. Ruffins Humor ist ebenso trocken wie seine Weine, wenn er feststellt, die Reben seiner Nachbarn sähen aus wie eine ”femme ivre", also als ihm etwas Ungehöriges, Widernatürliches. Selbst wem das zu moralisch ist, muss zugeben, dass bei ihm die süsseren Beeren hängen als bei seinen Nachbarn.
 

Natürlich düngt auch er: mit Pferdemist, Meeresalgen und Steinpulver. Falschem Mehltau wird mit Kupfervitriol zu Leibe gerückt, Echtem Rebenmehltau mit Schwefel, und Kieselerde soll die Widerstandskraft der Pflanze gegen Krankheiten stärken. Die Unkrautentfernung erfolgt von Juli bis Mitte April, der Boden wird mit mechanischen Mitteln wie Hacke und Mäher bearbeitet.
 

Thierry Ruffin ist ein eigenwilliger Überzeugungstäter, seine Leidenschaft gehört, woran er keine Zweifel lässt, dem ”perfekten” Champagner. Das ist sein Ziel, für den kämpft er gegen alle, die sich ihm dabei entgegenstellen. Dass er kein Missionar ist, der andere mit seinen Methoden zu überzeugen sucht, macht ihn umso sympathischer. Er fühle sich als ”Bio-Bauer” akzeptiert, obwohl die in der Appellation eine verschwindende Minderheit darstellen. Ruffin hat weder Zeit noch Lust, mit Leuten zu diskutieren, die ihn ihrerseits von ihren Methoden überzeugen wollen, wohl wissend, dass beide Seiten unbekehrt nach Hause gehen.
 

Gelesen wird, wenn die Trauben den optimalen Reifegrad erreicht haben, das kann auch nach dem offiziellen Erntebeginn sein. Die Trauben werden von Hand gepflückt und in kleinen Kisten à fünfzig Kilo transportiert, damit sie nicht zerdrückt werden. Die Presse fasst um die viertausend Kilo, etwa eine Tagesernte. Während der Nacht sinken die Trübstoffe auf den Grund des Bottichs, der Most wird klar. Er gärt vollständig in Eichenfässern, ausser dem Extra Brut, der in Akazienfässern bereitet wird. Die Firma Yves Ruffin ist die einzige, die diesen Holztyp in der Champagnerbereitung verwendet. Akazienholz ist sehr hart und feinfaserig. Das erlaubt dem stark von der Chardonnay geprägten Wein die Entwicklung ganz eigener Aromen. Für Gärung und Ausbau des Millésimé dienen alte "pièces", Eichenfässer aus dem Burgund.
 

Beste Bestätigung für die Qualität seiner Champagner sind Thierry Ruffin die Kunden. Und da ist ihm jemand, der zwar nur sechs Flaschen kauft, sich aber wirklich für seine Arbeit interessiert, weitaus sympathischer als einer, der mit grosser Geste hundert Flaschen ordert. Etikettentrinker sind ihm gleichgültig, wer hingegen begreift, was da an Arbeit dahinterliegt, und Interesse zeigt, der ist ihm willkommen.
 

Es unterteilt die Kunden in zwei Kategorien: die standardisierten und die unkonventionellen, jede kaufe das ihr gemässe Produkt, wobei er keine Zweifel lässt, zu welcher Gruppe seine Abnehmer gehören. Jeder Produzent bindet mit seinem Stil seine Kunden an sich, wobei diese erzwungene Rücksichtnahme eine Neuorientierung fast unmöglich macht. Er fühlt sich da frei und propagiert selbstbewusst Ruffin-Champagner als aussergewöhnlichen Wein für aussergewöhnliche Leute. Das kann er deshalb, weil er kein Image verkauft, sondern ein Produkt.
 

Thierry Ruffin empfängt seine Kunden nicht im "guten Salon", sondern dort, wo gearbeitet wird. Er erklärt mit Verve seine Philosophie, die er in seinen Weinen so konsequent verwirklicht, in den Gesprächspausen hört man das leise Rauschen des gärendes Mostes, und man atmet den hefig-warmen Geruch. Einen Privatkeller hat Ruffin übrigens nicht, er trinkt, was er verkauft. Überkommt ihn die Lust auf Champagner, genügt ihm der Gang ins eigene Lager.
 

TRAUBENSORTEN

Rote Rebsorten
Pinot Noir, Pinot Meunier


Weisse Rebsorten
Chardonnay

 

Über uns

Die Gomes Weine AG verfügt über mehr als dreissig Jahre Erfahrung mit Weinen aus Portugal, Spanien und Frankreich. Als Importeure legen wir Wert auf höchste Weinqualität, und eine langjährige und erfolgreiche Zusammenarbeit verbindet uns mit den besten Weinmachern dieser Länder.

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