Herkunft Frankreich

Frankreich pflegt eine jahrhundertealte Weintradition, und die immense Vielfalt an Provenienzen lässt sich nur durch ein ausgeklügeltes Appellationssystem überblicken.

Appellation d'Origine Contrôlée (AOC)

AOC-Weine sind qualitativ hochstehende Weine, deren Herstellung bis in die Einzelheiten reglementiert ist. Das bezieht sich auf die Kultivierung der Reben und die Produktion selbst, die Herkunft, die Rebsorte, den Alkoholgehalt... Alle diese Weine werden vom Institut National des Appellations d'Origine (INAO) analysiert und verkostet. Die strenge Gesetzgebung garantiert die ausgezeichnete Qualität der AOC-Weine. Oft wird der Begriff "d'Origine" durch den Namen der Herkunftsregion ersetzt wie in "Appellation Beaujolais Contrôlée.

Zur Zeit existieren in Frankreich 316 AOC, die den Provinzen wie folgt untergeordnet ist: Elsass 10, Beaujolais 14, Bordeaux 42, Burgund 98, Côtes du Rhône 24, Languedoc 25, Loire 53, Provence 7, Korsika 4, Südwesten 24 und Weitere 15.

Appellation d'Origine Vin De Qualité Supérieure (AOVDQS)

Die VDQS sind Weine einer bestimmten Qualität, die allerdings weniger bekannt sind als die der AOC. Um diese Bezeichnung rechtmässig tragen zu dürfen, bedarf es einer Gütesiegels der Weinbaukommission der betreffenden Region. Die Weinbereitung, der Alkoholgrad, die Produktionsbedingungen, die Rebsorten sowie die Etikettierung der VDQS müssen den von der INAO genehmigten regionalen Regulierungen entsprechen.

Um dieses Gütesiegel zu erhalten, muss der Produzent eine Dokumentation seiner Reblagen vorweisen sowie eine Probe seines Weines der Kommission zustellen, die für die organoleptische Kontrolle zuständig ist. Das Gütesiegel gilt für drei Monate und darf nicht vor dem der Ernte folgenden 1. Juli ausgestellt werden. Heute haben die ehemals wichtigsten VDQS den AOC-Status erhalten, besonders jene im Midi. Dieser Übergang geht nicht automatisch vor sich, sondern bedarf der Genehmigung der INAO, die meistens nach einer Reduktion der Produktion erteilt wird. Die Umwandlung in eine AOC erfolgt manchmal zum Nachteil des Produzenten: jener Teil, der nicht in die AOC übergeht, wird neu als Vin de Table und nicht mehr als VDQS klassiert und erbringt so einen tieferen Ertrag als vorher.

Vin de Pays

Er besteht zu 100% aus einer vom Conseil Interprofessionel zugelassenen Rebsorte und stammt aus einem streng eingegrenzten Produktionsgebiet. Alle als Vin de Pays klassierten Weine werden vorher anhand bestimmter Kriterien verkostet, um die Qualität zu gewährleisten.

  • Der Wein muss vollständig auf der Region stammen, deren Namen er trägt.
  • Er muss den genauen analytischen Vorgaben entsprechen.
  • Er darf nur die in einer regionalen Liste festgehaltenen empfohlenen Rebsorten enthalten.
  • Er muss von einer Kommission verkostet werden, deren Urteil über die Aufnahme als Vin de Pays entscheidet. Nur die von der Kommission zugelassenen Weine dürfen die Bezeichnung Vin de Pays tragen.

Les Vins de Pays de Cépage

Das bezeichnet Weine aus einer Rebsorte oder aus einer Assemblage zweier Rebsorten, die auf der Etikette angegeben werden. Wenn nur eine Rebsorte angegeben ist, dann ist sie zu 100% darin enthalten, obwohl die Europäische Gesetzgebung auch nur einen Anteil von 85% zulässt. Die Herstellung der Vin de Pays de Cépage ist am zunehmen und hat an den zugelassenen Weinen einen Anteil von fast 40%. Die beiden wichtigsten Bezeichnungen sind die Vin de Pays d'Oc und Vin de Pays du Jardin de la France. Daneben gibt es jedoch zahlreiche kleinere Gebiete, die diese Weine produzieren.

Les Vins de Pays Primeurs

Die Vinifikation konzentriert sich auf die Erhaltung der Frucht und den runden Charakter, es sind frische, weiche und süffige Weine. Der Gesetzgebung für Vin de Pays entsprechend, müssen folgende Punkte eingehalten werden:

  • Zeitpunkt der Auslieferung ist der dritte Donnerstag im Oktober.
  • Der Begriff "Primeur" oder "Nouveau" muss wie das Erntejahr auf der Etikette verzeichnet sein.
  • Eine Kommission ist dafür zuständig, dass der Charakter des Weines einem "Primeur" entspricht.

Vin de Table

Sie sind die Alltagsweine der Franzosen, ihr Anteil an der gesamten Produktion beträgt etwa 70%. Der Alkoholgehalt muss zwischen 8,5 und 15 Vol.-% betragen. Der Begriff Vin de Table bezeichnet Weine für den alltäglichen Konsum, eine genaue Definition existiert nicht. Er bezieht sich auf alle Weine, die keiner anderen Kategorie zugeordnet werden können. Die Vins de Table unterliegen keiner Ertragsbeschränkung, und das Produktionsgebiet ist nicht limitiert.

Ihr Ruf ist kontrovers. Die Weine können eine Assemblage verschiedener Rebsorten oder Weinen sein. In Frankreich existieren zwei Definitionen für Vin de Table:

  • Weine ausschliesslich französischer Herkunft dürfen die Bezeichnung Vin de Table français tragen.
  • Weine, die aus Gewächsen aus dem EU-Raum verschnitten werden, tragen den Vermerk "gemischt aus Weinen verschiedener Länder der Europäischen Union".

Verschnitte mit Weinen aussereuropäischer Herkunft sind verboten.

Oft werden für die Vins de Table traditionelle Rebsorten verwendet wie im Languedoc Roussillon die Carignan oder die Cinsault, gewöhnliche Sorten ohne besondere Eigenschaften. Manche Weine hingegen, die aus interessantem Terroir stammen und keiner anderen Kategorie zugeordnet werden können, etwa Weine aus nicht autochthonen Rebsorten einer Region, können trotzdem Qualitätsweine sein. Sie werden unter einem Markennamen verkauft, was den Herstellern erlaubt, den nicht appellationskonformen Teil ihrer Ernte zu kommerzialisieren.

Man unterscheidet bei den Vins de Table zwischen denjenigen ohne und jenen mit Herkunftsangabe (Vins de Pays).

Die Vins de Table werden in verschiedenen Einheiten verkauft, wenn nicht in der Flasche, dann in mehrere Liter fassenden Behältern oder als «Bag in Box» (BIB).